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Was ist Joomla!?
Joomla! ist ein freies System zum Erstellen von Websites. Es ist ein Open Source-Projekt, das wie die meisten Open Source Projekte ständig in Bewegung ist. Es ist unberechenbar, manchmal unbeschreiblich, teilweise umstritten, ziemlich oft sehr sexy, hin wieder ein wenig verschlafen und provinziell. Trotzdem, oder gerade deswegen, ist es seit nunmehr fünf Jahren extrem erfolgreich und beliebt bei Millionen von Anwendern weltweit.
Das Wort Joomla! ist ein von Jumla abgeleitetes Wort aus der afrikanischen Sprache Suaheli und bedeutet »alle zusammen«.
Das Projekt Joomla! ist das zu Software gewordene Ergebnis einer heftigen Auseinandersetzung der im August 2005 gegründeten Mambo Foundation mit ihrem damaligen Entwicklerteam. Joomla! ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Systems Mambo. Joomla! wird auf der ganzen Welt für einfache Homepages bis hin zu aufwändigen Unternehmens-Websites genutzt. Es ist einfach zu installieren, einfach zu verwalten und sehr verlässlich.
Das Joomla!-Team hat sich in dien letzten fünf Jahren immer wieder organisiert und umorganisiert. Es hat
- von 2005 - 2009 Joomla! 1.0.0 bis zur Version 1.0.15 weiterentwickelt und im September 2009 offiziell eingestellt.
- von 2005 - heute Joomla 1.5.0 entwickelt, im Januar 2008 als stabile Version vorgestellt und heute zur Version 1.5.18 weiterentwickelt
- von 2008 - heute Joomla 1.6.0 entwickelt. Eine stabile Version steht noch nicht zur Verfügung.
Für die Benutzer des Systems gilt das in ähnlichem Maße. Viele sind mit ihrer Website von Mambo zu Joomla! gewechselt und haben über die Jahre viel gelernt.
Sehr viele Nutzer sind auch ganz neu in den letzten Jahren dazugekommen, und es gibt immer noch Menschen auf der Welt, die das System nicht kennen.
Zusammen mit Drupal und Wordpress ist Joomla! ist das am weitesten verbreitete Open Source Web Content Management System der Welt.

Abb 1: Google Trend 2010-07-15 weltweit Drupal, Joomla!, Wordpress
In Abbildung 1 liegen Joomla! und Wordpress laut Google Trend weltweit beim Suchaufkommen etwa gleichauf. Nach beiden wird dreimal so häufig gesucht wie nach Drupal. Bei Joomla geht das Suchaufkommen seit Anfang 2010 zurück. Es wird also Zeit, dass die Version 1.6 in der stabilen Version veröffentlicht wird.
Abb 2: Google Trend 2010-07-15 Deutschland - Drupal, Joomla!, Wordpress
In Deutschland sind die Verhältnisse anders (Abbildung 2). Joomla! hat ein doppelt so grosses Suchaufkommen wie Wordpress und Wordpress dreimal soviel wie Drupal.
Hier noch ein paar Verhältnisse aus Google Trend (Tabelle 1)
| Land | Drupal | Joomla! | Wordpress |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 1,00 | 7,00 | 3,70 |
| Frankreich | 1,00 | 6,40 | 3,50 |
| Grossbritannien | 1,00 | 2,60 | 3,30 |
| Italien | 1,00 | 6,50 | 3,50 |
| Spanien | 1,00 | 3,90 | 3,60 |
| Schweiz | 1,00 | 9,20 | 3,10 |
| USA | 1,00 | 1,60 | 3,00 |
| China | 1,00 | 1,40 | 4,60 |
Tabelle 1 Google Trend - Drupal, Joomla!, Wordpress
Es gibt regionale Unterschiede bei der Verwendung von Content Management Systemen. In Deutschland beispielsweise spielt Typo3 noch eine Rolle mit einem Verhältnis zu Drupal von 5,8. In den USA dagegen ist das Verhältnis zu Drupal 0,05 also mehr oder weniger nicht messbar.
Im Juli 2010 gibt es
- todo Joomla!-Installationen auf öffentlichen Webservern, die mehr oder weniger regelmäßig genutzt werden.
- todo registrierte Entwickler mit todo Projekten, die Joomla! um weitere Funktionalitäten erweitern.
- im Forum auf joomla.org über zwei Millionen Einträge und etwa 400.000 Benutzer.
Die Bandbreite von Joomla! Websites reicht von sehr einfachen Homepages bis hin zu komplexen Geschäftsanwendungen und Projekten auf der Basis des Joomla! Frameworks. Was Joomla! so erfolgreich macht und wie Sie es ebenfalls nutzen können, werde ich in diesem Buch beschreiben.
Wer bin ich?
Mein Name ist Hagen Graf, ich bin 46 Jahre alt, ich wohne in Fitou. Ich bin verheiratet mit einer Traumfrau und habe vier Töchter.
Meine Arbeit besteht aus Tätigkeiten wie Unterrichten, Beraten, Zuhören, Ausprobieren, Programmieren, Strukturen verstehen, neue Anwendungen entwickeln, Hinterfragen und immer wieder Ausprobieren.
Meine Arbeit lässt sich eigentlich komplett online erledigen. Da die Kunden aber manchmal Vorbehalte gegen 100% Online-Projekte haben, bin ich auch mal unterwegs. Unterwegs heißt, Kunden in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Sprachen und Kulturen. Lange Auto-, Bus- oder Bahnfahrten. Kurze bis sehr kurze Reaktionszeiten auf E-Mail-Kundenanfragen.
Diese Art des Arbeitens hat Auswirkungen auf das, was ich früher mal Büro nannte. Sie können und müssen heute von überall auf der Welt auf Ihren Fundus von E-Mails, Bildern und Dokumenten zugreifen. Ihr Büro sollte sich dort befinden, wo Sie sind.
Wer sind Sie?
Womit Sie genau arbeiten, weiß ich natürlich nicht, aber viele Menschen, mit denen ich zu tun habe, arbeiten so ähnlich wie ich. Manchmal sind sie in einer Firmenhierarchie „verheddert“, deren Mitglieder auch gern so arbeiten würden, es aber aus verschiedenen Gründen dann doch nicht tun.
Auch Ihre Erfahrungen mit Computern ähneln vermutlich meinen. Meistens fängt man mit einem älteren PC und einem Windows-System in der Schule oder Zuhause an und lernt dann aus Erfahrung die harte Realität aus Office-Anwendungen, Datenverlusten, fehlendem Hauptspeicherplatz, Festplatten-, Drucker- und Konfigurationsabenteuern kennen. Die wundersamen Zusammenhänge zwischen diesen Dingen werden mit der benutzerorientierten Arbeitsweise des Web 2.0 oder der mobilen Freiheit im Smartphone Bereich nicht wirklich einfacher.
Wenn Sie nicht gerade Ihre Liebe zu diesen Dingen entwickeln und mit Leidenschaft nachts an Ihrem Betriebssystem oder Telefon schrauben oder Ihre Fotos oder Musikstücke sortieren und von einem Gerät auf das nächste befördern, dann sind Sie vermutlich genau wie ich einfach nur glücklich, wenn Ihr Gerät und Ihre Anwendung funktionieren, Sie auf das Internet und Ihre Daten zugreifen und in Ruhe arbeiten können. Besonders wichtig ist dieses »Funktionieren«, wenn Sie einen »Home Office«-Arbeitsplatz Ihr Eigen nennen. Ihr Arbeitgeber spart Kosten für ein Büro, und Sie können flexibler arbeiten. Nicht funktionierende Soft- und Hardware können aber schnell einen Albtraum aus dieser Situation machen.
Wie sieht unsere Umgebung aus?
Parallel zu den beschriebenen Arbeitsabläufen wird Software entwickelt, die genau diese Art zu arbeiten unterstützt. Browserbasierte Anwendungen wie E-Mail-Services, Online-Banking, Gruppenkalender, Dokumenten Management Systeme, Communities, Dating Services, Online-Aukionen und natürlich die Web 2.0 Networking Plattformen werden immer komfortabler, ausgefeilter und benutzerfreundlicher.
Web 2.0 ist noch immer das Schlagwort. Das Potential ist noch lange nicht ausgereizt und verändert beispielsweise gerade den Zeitungs- und Buchmarkt. Ich vermute die deutsche Autoindustrie wird als nächstes auf den Zug aufspringen. Tesla Motors und Local Motors sind im Internet entstanden. Tesla setzte auf die Startup Kultur, Local Motors auf Open Source und Crowd Sourcing. Das Wort Startup existiert nicht in der deutschen Wikipedia (Stand 15.7.2010). Es findet sich aber ein Hinweis im Artikel über Unternehmensgründungen.
Bereits etablierte Dienste wie Youtube (Videos), Flickr (Fotos), Twitter (Kurznachrichten) werden wie Rohstoffe weiterverarbeitet. Das Jahr 2010 ist das Jahr der standortbezogenen Dienste (location based services). WO wurde mein Foto aufgenommen? WO das Video gedreht, WO getwittert und WO bin ich gerade? Aus dieser Information ergibt sich schnell ein WER IST AUSSER MIR NOCH AN DIESEM ORT? An diesem Punkt greift dann für alle Beteiligten die Community Vernetzerei und plötzlich existiert ein "Virtueller Layer" oder "Sozialer Graph über dem "realen" Leben. Über die Nutzung dieses sozialen Graphen für Werbezwecken wird gerade heftig diskutiert.
An der Ecke komme ich langsam wieder zu Joomla! zurück.
Die meisten der oben beschriebenen Dienste können durch Schnittstellen miteinander interagieren (Programmierschnittstelle) und natürlich auf Ihrer eigenen Website integriert werden. Bei Unternehmen wie Twitter spielen die Zugriffe auf diese Schnittstelle eine erheblich größere Rolle als die eigentliche Website.
Mobiltelefone wachsen mit anderen mobilen Endgeräten zu Smartphones zusammen. Seit der Markteinführung des iPhones und iPads werden diese Geräte ernsthaft wahrgenommen und verändern den Telefonmarkt nachhaltig. Sie können heute auf Ihrem Smartphone Internetseiten aufrufen, Formulare ausfüllen und abschicken, E-Mails senden und empfangen, Fotos aufnehmen und verschicken, Musik hören, in Ihrer Arbeitsstätte "einchecken", sehen, wer vin Ihren Freunden auch schon da ist und vieles andere mehr.
Der stationäre PC wird immer kleiner, Laptops immer leistungsfähiger und Netbooks immer billiger und selbstverständlicher. Weiterentwicklungen finden in erster Linie bei drahtlosen Verbindungstechniken, der Miniaturisierung von Bauteilen, der Speicherung von Daten ohne bewegliche Teile und der Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Akkus statt. Parallel dazu entscheidet die Benutzerfreundlichkeit darüber ob ein Produkt angenommen wird. Entwickler von iPhone-, Android- und Blackberry Apps können davon ein Lied singen.
Was bedeutet das für Ihre Website?
In dieser Welt benötigt eine Firma, eine Institution, ein Verein, eine Organisation, ja, vermutlich bald jeder Mensch einen Internetauftritt, der benutzerfreundlich und flexibel ist. Der »mit der Zeit geht«, der »einfach über einen Browser zu verändern ist«, der »Ihren Aktenschrank und Ihr Adressbuch ersetzt«, der mit unterschiedlichen Endgeräten kommunizieren und einfach erweitert werden kann.
Ihre Website ist der Platz, an dem Sie anderen erklären können, was Sie tun bzw. was Ihre Firma tut. Es ist der Platz, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche bereitsteht, um Kundenbeziehungen zu pflegen. Bei der momentanen Entwicklung wird Ihre Website vermutlich einem Hafen gleichen, der unterschiedlichste Anwendungen und Daten, die mit Ihnen und Ihrer Organisation zu tun haben, in einer sinnvollen Art zusammenfasst. Auch Ihre Website sollte Schnittstellen besitzen, damit sie von anderen Anwendungen genutzt werden kann.
Bis vor Kurzem war die Erstellung einer solchen Website eine schwierige Sache. Sie mussten zwar kein ausgewiesener Spezialist sein, aber eine gewisse Form von Durchhaltevermögen kombiniert mit Spaß am Thema waren notwendig, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzeugen. Sie mussten statische HTML-Seiten in einem HTML-Editor erstellen und anschließend per File Transfer Protokoll auf einen Server laden. Um auch nur simpelste Interaktivitäten wie beispielsweise ein Kontaktformular oder ein Forum zu erstellen, mussten Sie eine Programmiersprache erlernen. Viele Menschen haben aus nachvollziehbaren Gründen diese Mühsal nicht auf sich genommen und die Erstellung ihrer Website entweder an eine Webagentur übergeben oder das Projekt gar nicht erst angefangen.
Dank Facebook und Baukästen wie Google Sites ist es relativ leicht Webseiten zu erstellen. Der Teufel liegt jedoch im Detail.
Joomla! bietet Ihnen alles was Sie brauchen um eine Website zu bauen.
Worum geht es in diesem Buch?
Es geht in erster Linie natürlich um Joomla! und den Umgang damit.
Joomla! ist ein Werkzeug mit extrem vielen Möglichkeiten, und abhängig von Ihren Vorstellungen und Wünschen ist es sehr variabel einsetzbar.
Um Ihnen einen komfortablen Zugang zu diesem Werkzeug zu bieten, habe ich dem Buch folgende Struktur gegeben:
vorläufige Gliederung (Stand 3. August 2010)
Was können Sie, nachdem Sie dieses Buch durchgearbeitet haben?
Sie werden auch als Anfänger in der Lage sein, Ihre eigene Joomla!-Website über einen Browser zu verwalten.
Wenn Ihnen HTML, CSS und Bildbearbeitung auf dem Computer nicht fremd sind, so werden Sie eigene Templates für Ihre Website gestalten können.
Wenn Sie die Programmiersprache PHP in ihren Grundzügen verstanden und schon erste Schritte damit gemacht haben, werden Sie eigene einfache Komponenten, Module und Plugins selbst entwickeln können.
Noch Fragen?
Nur zu!
Ich kann natürlich keinen Support für Ihre Fragen leisten. Dazu sind die Joomla!-Foren viel besser geeignet. Wenn Sie aber Anmerkungen oder Fragen zum Buch haben, schreiben einfach einen Kommentar
Grundlagen
Bevor Sie jetzt Joomla! 1.6 installieren, eine Website damit erstellen und reich und berühmt werden sollten Sie einen kurzen Blick auf den Grundlagenbereich werfen. Die dort beschriebenen Dinge gelten auch für Ihre Joomla! Website.
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